Eine kleine Einleitung zum Thema Zucker/Kohlenhydrate:

 

Nur Einfachzucker kann ins Blut aufgenommen werden und steht uns dann als Energie zur Verfügung. (Vor allem Traubenzucker/Glukose und Fruchtzucker/Fruktose). Alle anderen Kohlenhydrate müssen zuerst so lange zerlegt/verdaut werden, bis sie als Einfachzucker vorliegen.

 

Wir unterscheiden:

 

Polysacharide/Vielfachzucker:

 

Dazu zählt z.B. Stärke, wie sie in Getreide vorkommt. Auch Ballaststoffe gehören zu den Kohlenhydraten, sind aber für den Menschen nicht löslich. Getreide mit Randschichten wird langsam abgebaut und langsam ins Blut abgegeben. Es sorgt damit für einen konstanten Blutzuckerspiegel, hält  lange satt und gibt lange Energie.

 

Oligosacharide/Mehrfachzucker:

 

Hat etwas kürzere  Zuckermolekülketten als Polysaccharide. Hier ist z.B. die Verbascose zu erwähnen, das Kohlenhydrat in den Hülsenfrüchten. Dieses ist schwer verdaulich und kann zu Blähungen führen. Ein anderes Beispiel ist Inulin in Topinambur, Artischocken und Chicoree.

 

Disaccharide/Zweifachzucker:

Dazu zählt der Haushaltszucker mit 50% Glukose und 50% Fruktose. Milchzucker (Laktose) besteht aus Glukose und Galaktose.

 

Monosacharide/Einfachzucker:

Fruktose, Glukose, Galaktose (Schleimzucker) sind die wichtigsten Monosaccharide für den Menschen.

 

Vielfach- und Mehrfachzucker sind wichtige Kohlenhydratquellen für unseren Körper. Sie liefern Energie und nähren unsere Darmbakterien. Sie schmecken nicht süß. (Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse)

 

Wenn wir von (problematischem)  Zucker sprechen, sind die süßen Disacharide und Monosacharide gemeint.

Und genau diesen widmen wir uns jetzt!

 

Zucker

 

Wir alle wissen, dass uns raffinierter Zucker nicht gut tut. Warum sind wir dann trotzdem so häufig von ihm richtig abhängig? Das hängt damit zusammen, dass wir schon als Baby süße Muttermilch bekommen haben. Wir sind also darauf konditioniert.

 

Süßer Geschmack steht für Kohlenhydrat - unser lebenswichtigster Energielieferant.

Zucker, (Traubenzucker/Glukose), schießt schnell ins Blut und gibt einen augenblicklichen Energieschub, ein warmes, wohliges Gefühl und entspannt. Kein Wunder also, dass man darauf geradezu süchtig werden kann.

Leider bleibt dieses kurze, angenehme Gefühl nicht ohne Folgen. Kurzzeitig wird Insulin ausgeschüttet, dieses drängt den Zucker aus dem Blut schnell in die Zellen. Dadurch entsteht rasch wieder Unterzuckerung und der nächste Heißhunger ist da.

 

 

So geht das Spiel weiter: Süßes, kurzes Glücksgefühl, Unterzucker mit Leistungsabfall, Heißhunger, Süßes usw.

 

In diesem Kreislauf sind viele Menschen gefangen. Diese Berg- und Talfahrt von Insulin und Blutzuckerspiegel bringt häufig Übergewicht mit sich, aber auch psychische Probleme wie depressive Verstimmungen. Wer depressiv ist, nascht gerne und fördert wieder das Wechselspiel von Insulinausschüttung und Unterzucker.

 

Gerade wir Frauen nach 40 leiden darunter, denn Östogen ist ein Gegenspieler zu Insulin. Geht Östrogen zurück, nimmt Insulin überhand und bringt Zucker in die Zellen. Was zu viel ist, wird in Fett umgewandelt. Das ist der Grund, warum Frauen in den Wechseljahren häufig Gewicht zulegen. Dass Zucker ein Basenräuber ist und Kalzium aus dem Körper ausschwemmt, ist eine weitere schlechte Eigenschaft. (Osteoporose und Karies lassen grüßen).

 

 

Wie durchbricht man diesen Kreislauf am besten?

  • Vermeide alle Speisen mit raffiniertem Zucker, also Kuchen, Kekse, Naschwerk und (pikante) Fertiggerichte, denn auch hier versteckt sich häufig Zucker, ohne dass man es merkt.
  • Baue in deine Mahlzeiten "natürlich süße" Lebensmittel ein. Das ist zum Beispiel Vollkorngetreide, süßes Wurzelgemüse wie rote Rüben, Karotten, Süßkartoffeln, Kartoffeln oder auch Kürbis, Obst, Nüsse
  • Gewöhne dich langsam aber sicher an nicht konzentriertes Süß.
  • Vermeide vor allem auch süße Getränke. Wasser mit Kräutern und Zitrone aromatisiert, schmeckt lecker und löscht den Durst noch besser.
  • Sei auch mit getrocknetem Obst sparsam, denn durch die Dehydrierung ist die Zuckerkonzentration hoch.
  • Honig, Agavensirup, Dattelsirup und so weiter liefern immerhin Mineralstoffe. Daher wirken sie nicht so säurebildend wie weißer Zucker, sie verursachen aber den gleichen Insulinanstieg und sind für Zähne ebenso ungünstig wie Zucker
  • Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sollten in einer natürlichen, gesunden Ernährung nicht vorkommen. Auch sie stehen im Verdacht, Insulinausschüttung zu verursachen. Vor allem haben sie aber viele andere Nachteile, denn sie sind reine Chemieprodukte.
  • Wer morgens genügend gute Kohlenhydrate zu sich nimmt (Getreidebrei oder VK Brot), der hat nachmittags und abends nicht mit Süßhunger zu kämpfen.
  • Bitter ist der natürliche Gegenspieler zu süß. Bittere Nahrungsmittel dämpfen den Appetit auf Süßes! Iss also, wenn du oft Heißhunger auf Süßes hast, Oliven, Sesampaste, bittere Salate oder kaufe dir in der Apotheke Bittersegentropfen. Das ist eine Kräutermischung, die hilft, auf Süßes zu verzichten. Auch der kleine Braune nach dem Essen hat den selben Effekt.
  • Wenn der "Naschhunger" oder "Knabberhunger" auftritt, dann veruche es mit Nüssen, Oliven oder Bratkartoffeln aus dem Backrohr!
  • Bei fertigen Lebensmittel beachte die Inhaltsstoffe. Der Stoff, der zuerst angeführt ist, ist am stärksten vertreten. Oft ist das Zucker.
  • Alle Endungen mit -ose bezeichnen eine Zuckerart: Z.B: Glukose, Fruktose, Mannose, Isomaltose, Laktose, Galaktose usw. Die Industrie ist erfinderisch und maskiert den Zuckergehalt gerne.

 

Und was ist jetzt mit Fruchtzucker, der klingt ja so gesund....?

 

Diese Frage wird mir tatsächlich oft gestellt. Fruchtzucker ist, wie Traubenzucker auch, ein Einfachzucker, der direkt in die Blutbahn aufgenommen wird. Fruktose wird aber unabhängig von Insulin über die Leber verstoffwechselt. So weit so gut.

 

Fruchtzucker in seiner natürlichen Form, in Obst und Gemüse ist durchaus empfehlenswert.

Das Problem ist aber, dass fruchtzuckerreiche, billige Süßmittel vom amerkianischen Markt seit ein paar Jahren auch in Europa zugelassen sind. Isoglucose wird dafür verantwortlich gemacht, dass es in den USA und am amerikanischen Kontinent insgesamt, so viele schwer adipöse Menschen gibt. Dieser kostengünstige Zuckerersatz ist mittlerweile in vielen Fertigprodukten und Süßwaren auch bei uns zu finden. Zum Unterschied von Haushaltszucker löst Isoglucose keine Befriedigung im Sättigungszentrum aus und verleitet dazu, immer mehr Süßes zu essen.

 

Wenn du dir gerne Smoothies zubereitest, dann beachte auch hier, du nimmst damit eine konzentrierte Fruktoseladung auf schnellem Wege zu dir.Besser wäre es, Obst und Gemüse zu essen und selbst zu kauen, anstatt es zu pürieren und dann zu trinken.

 

Ein Übermaß an Fruchtzucker kann zu Fruktoseintoleranz und Fettleber führen!

 

Merke: Nicht Fett macht fett, sondern Zucker macht fett!

 

Ps:Wenn du gerne eine Liste der gängigsten Zuckeralternativen hättest, dann klicke auf den Button unten und lade sie dir um €0 einfach herunter.